Herzlich willkommen auf der Homepage der Naunhofer Stadtkirche

Jedes Jahr zum Ersten Advent wird in der Stadtkirche eine umfangreiche Weihnachtskrippe aufgestellt. Der Naunhofer Holzbildhauer Günther Schumann hat sie detailreich in Lindenholz geschnitzt und der Kirchgemeinde übergeben. Neben der Heiligen Familie, den Hirten und Weisen finden sich viele weitere Figuren, Ochs und Esel, Schafherde mit Hütehund, Kamele, auch Menschen des Alltags, die unterwegs sind mit zeitgenössischen und heute noch gebräuchlichen Transportmitteln wie Lasten-Esel und Wasserkrug. Auch ein römischer Reiter ist dabei. Die Krippe verbindet Historie und Zeitgeist und ist eine Anregung, die Augen auf zu machen und mitten im Alltag das Heilige zu finden. Jahr für Jahr wird die Zuordnung der Figuren neu arrangiert. Jahr für Jahr brachte Herr Schumann überraschender- und dankbarerweise weitere Schnitzfiguren hinzu, so auch vor wenigen Tagen. Das Titelbild zeigt zwei der vier neuen Figuren.   

Wie das Heilige sich im Alltag finden lässt, auch über scheinbar unüberbrückbare Zeiten hinweg, davon berichtet eine jüdische Legende:
„Ein Rabbiner durchquerte ein Dorf, ging in den Wald und dort, am Fuße eines Baumes, betete er. Und Gott hörte ihn. Auch sein Sohn durchquerte dieses Dorf. Er wusste nicht mehr, wo der Baum war, und betete also an irgendeinem Baum. Und Gott hörte ihn. Der Enkel des Rabbiners wusste weder, wo der Baum war noch wo der ganze Wald war. Er ging zum Beten in das Dorf. Und Gott hörte ihn. Der Urenkel wusste weder, wo der Baum war noch der Wald noch das Dorf. Aber er kannte noch das alte Gebet. So betete er Hause. Und Gott hörte ihn. Der Ururenkel schließlich kannte weder den Baum noch den Wald noch das Dorf noch das alte Gebet. Er kannte aber noch die Geschichte und erzählte sie seinen Kindern. Und Gott hörte ihn.“ (Der Andere Advent 2013/14, 27)

Wir kennen sie noch, die alte Geschichte, wie Gott zur Welt kam, und wir erzählen sie unseren Kindern Jahr für Jahr: „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde...“

Wer diese alte Geschichte sich zu Gemüte führt, sie liest, vorliest, singt, spielt oder als Krippe betrachtet, findet Kontakt zu dem altem Schwingkreis der menschlichen Sehnsucht nach Gott und der göttlichen Liebe zu uns Menschen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie neben den vielen liebgewordenen und manchmal belastenden Vorbereitungen auf Weih-nachten Zeit finden, die alte Ge-schichte und die Sehnsucht zu pflegen.

Im Namen aller Mitarbeiter
Frohe Weihnacht und ein gesegnetes neues Jahr!

Ihr Pfarrer
Norbert George    

„Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.“        
Psalm 130,6