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Aktuelles aus Naunhof, Klinga und Erdmannshain

AdventLiebe Leserinnen und Leser der Kirchennachrichten!

Ich liebe Kerzenlicht. Wenn ich es schaffe, zünde ich eine Kerze an bei meiner halbstündigen Meditation in der Stille. Bei den Mahlzeiten steht eine Kerze auf dem Tisch, auch schon beim Frühstück. Sie sehen sie auf dem Titelbild. Die kleine, innen goldene Schale eignet sich gut dafür und hilft mit der Kerze, achtsam und dankbar das Essen zu genießen.
Erst kürzlich haben wir zum Gedenken der Verstorbenen in innerer Verbundenheit mit den uns Vorausgegangenen Kerzen angezündet. Viele haben die Kerzen dann zu den Gräbern gebracht. In Klinga zünden wir in jedem Gottesdienst für alle Gemeindeglieder, die Geburtstag hatten, Kerzen an und nehmen sie in unsere Fürbitte.
Mit der Adventszeit beginnt die große Zeit des Kerzenscheins. Auf meinem Tisch löst der vierarmige Adventsleuchter die Schale mit der Kerze ab. Jeden Sonntag brennt eine Kerze mehr. So wird Zeit erfahrbar und das Leben in positiver Erwartungshaltung ganz praktisch-alltäglich zur Gewohnheit. Das Leben wird damit der Gewohnheit entrissen. Für Kinder ist die Adventskerze mit ihren 24 Abschnitten, die jeden Tag ein Stückchen weiter abgebrannt wird, die perfekte Übung dafür.
Für uns kommt bald eine ganz besondere Gelegenheit, den Schein der Kerze zu zelebrieren. Am vierten Advent, im Gottesdienst, den wir als Hirtenfeuer draußen vor der Kirche feiern, bringen die „Turmfalken“, die Naunhofer Pfadfindergruppe, das Friedenslicht von Bethlehem zu uns.
Seit 1986 wird das Friedenslicht verteilt. Ursprünglich auf Initiative des Österreichischen Rundfunks, ausgeführt vom Ring deutscher Pfad-finderverbände in der Geburtsgrotte aus Bethlehem jedes Jahr durch ein anderes „Friedenslichtkind“ entzündet und von den Pfadfindern in alle Welt gebracht, zuerst mit dem Flugzeug von Bethlehem nach Wien und von dort über viele Zwischenstationen bis in unsere Region. Sie können Ihre Kerze oder Laterne mitbringen und sich dieses Licht nach Hause holen.
Was ist das Besondere des Friedenslichts, das Besondere jeder bewusst angezündeten Kerze? Es wird etwas wahrnehmbar, was nicht von dieser Welt ist und doch wesentlich wichtig für diese unsere Welt: der Friede Gottes. Er ist höher als unsere menschliche Vernunft und Kraft. Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig. In der Ohnmacht der Liebe zeigt sich Gottes Allmacht. Eine Kerze, von einem Funken des Feuers entzündet, verwandelt die ihr eigene Energie in ausstrahlendes Licht und ausstrahlende Wärme. Genau dazu sind wir als Menschen vom Schöpfer gedacht und „gemacht“.

Also: Statt über die Dunkelheit zu klagen – lieber ein Licht anzünden!
Ich wünsche Ihnen eine lichtvolle Zeit, Ihr Pfarrer Norbert George