Geistlicher Impuls
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Auf der Erde kannst du leben – leben ganz und jetzt und hier und du kannst das Leben lieben, denn der Schöpfer schenkt es dir. Unsre Erde zu bewahren – zu bewahren das, was lebt, hat Gott mir und dir geboten, weil er seine Erde liebt
Reinhard Backer SvH 125
Auf der Erde kannst du leben – leben ganz und jetzt und hier und du kannst das Leben lieben, denn der Schöpfer schenkt es dir. Unsre Erde zu bewahren – zu bewahren das, was lebt, hat Gott mir und dir geboten, weil er seine Erde liebt
Reinhard Backer SvH 125
Leben in Fülle – erfülltes Leben.
Was verbinden Sie damit?
Ich muss unwillkürlich an den (mittlerweile fast 30 Jahre alten) Sparkasse-Werbespot denken: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“. Statussymbole, die für Erfolg und Wohlstand stehen. Und die oft auch zum Symbol für Konkurrenz werden (das zeigt sich auch schon im Werbespot). Ist mein Haus größer als das meines Nachbarn? Mein Rasen gepflegter? Ist mein Sommerurlaub aufregender als der meiner besten Freundin?
Unsere Vorstellungen von einem erfüllten Leben werden nicht nur von uns persönlich bestimmt, sondern auch von den gesellschaftlichen Prägungen und Erwartungen, mit denen wir leben und die uns beeinflussen. Und da wird das Bild eines erfüllten Lebens schnell verbunden mit Dingen wie beruflichem Erfolg, Ansehen, Wohlstand und vorzeigbaren Familienverhältnissen.
Im Monatsspruch für den August sagt Jesus: Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben. (Johannes 10,10)
Das Verblüffende ist: Jesus selbst hat keines der klassischen gesellschaftlichen Glücksversprechen erfüllt. Im Gegenteil: Seine besondere Wirkung auf die Menschen hing auch gerade damit zusammen, dass er so ganz frei war von diesen Idealen. Er strahlt damit eine Unabhängigkeit aus, die etwas Faszinierendes hat. Und die auch eine Sehnsucht in uns anspricht: Wie gerne wäre ich auch so frei von allem Statusdenken und Konkurrieren! Jesus zeigt: Die Rechnung der gesellschaftlichen Glücksversprechen geht selten auf. Wohlstand führt nicht unbedingt zu mehr Zufriedenheit, sondern viel öfter zu Neid und Unersättlichkeit. Im Grunde lebt Jesus uns vor: Glücklich wirst du nicht, indem du immer mehr Reichtum anhäufst, sondern indem du frei davon wirst. Er kehrt das Glücksversprechen um: statt „Immer-mehr“ ein „Immer-weniger“.
Aber wir wissen auch, dass Armut nicht der Schlüssel zum Glück ist, sondern oft für die Betroffenen eine unglaubliche Belastung und Not.
Ich glaube, dass der Schlüssel zu Jesu Glücksversprechen und zu seiner Vision eines erfüllten Lebens woanders liegt. Erfülltes Leben ist für ihn keine Frage der äußeren Lebensumstände. Erfülltes Leben ist eine Frage der inneren Haltung und Lebenseinstellung. Der Weg dahin beginnt bei ihm mit dem Vertrauen: Ich bin gehalten in Gottes Hand – egal, wie meine Lebensumstände gerade sind. Dieses Vertrauen ist kein Selbstläufer. Es wächst, indem ich in meiner Beziehung zu Gott wachse. Erfülltes Leben ist nichts, was ich selber schaffen muss, sondern ich bin getragen von der Fülle des Lebens, die aus Gottes Lebendigkeit sprudelt. Im Sommer können wir diese Lebensfülle um uns herum genießen und uns von ihr beschenken lassen.
Im Namen aller Mitarbeitenden wünsche ich Ihnen erfüllte Sommerwochen!
Ihr Sebastian Kreß