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Jahresloung 2022 - Jens Schmitz pixelio.de

Jens Schmitz pixelio.de

Klingeln an einer Hausfassade – ein alltägliches Motiv. Als Träger der Jahreslosung 2022 aus Johannes 6 sprach das Bild mich sofort an. Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. Es ist zuerst eine Erinnerung an mein aktives Berufsleben, das mit dem Februar zu Ende geht. Denn viele tausend Mal stand ich in 35 Dienstjahren vor Klingeln, in der Stadt und auf dem Land. Sie sind ein vertrauter Anblick.

Fast alle Besuche waren von der Unsicherheit geprägt:

• Finde ich hier jemanden vor?
• Kommt das Signal bei der gewünschten Person an? Oder ist die Klingel kaputt?
• Wie werde ich empfangen?
• Kommen wir in Kontakt, am besten ins Gespräch?
• Werde ich zum Bleiben, zum Besuch, eingeladen?

Jeder Griff zur Klingel war ein neuer Versuch, ein Wagnis. Der Anfang einer Beziehung, manchmal auch deren sofortiger Abbruch. Zumindest wurde mir das Klingeln nie selbstverständlich.
Als Trägerin der Jahreslosung ist diese Klingelreihe eine Einladung. Der Spruch macht mir Lust, eine der Klingeln zu betätigen. Die Überraschung dürfte nur eine gute sein. Vier Wohneinheiten, in denen ich willkommen bin. Da gehe ich gern hin. Am liebsten würde ich alle vier Klingeln nach und nach durchprobieren.
In diesem Sinn lädt uns die Jahreslosung ein, dass wir es mit Jesus Christus probieren. Er verspricht eine garantierte Annahme unseres Lebens. Da scheint es egal zu sein, ob ich selbstbewusst oder verunsichert vor ihm stehe. Bei ihm ist Platz.
Die Umgebung dieses ausgewählten Spruchs macht deutlich, dass es sich um den Platz bei Gott handelt. Gott, von Jesus Vater genannt, bietet ein Willkommen für alle. Das tut gut. Denn angenommen zu sein mit allen Lasten, Prägungen und Problemen, befriedet unser Leben. Da wächst innerer Frieden. Ich bin da, nicht anders als sonst und dennoch willkommen. Ich bin angekommen im Haus Gottes.
Dort kann jede und jeder nebeneinander existieren. Wir erfahren Wertschätzung, gerade für die Unterschiede und Eigenarten. Gottes Nähe verbindet, weil allen Gerechtigkeit widerfährt. Gott ist die Kraftquelle zum Leben, Heilung unserer Wunden, Vergebung unseres Versagens. Mehr brauchen wir nicht.
Wenige Verse weiter wird auch deutlich, was Jesus verspricht. Es ist das Leben ohne Grenzen. Jesus meint die Perspektive der Ewigkeit bei Gott, die unsere Zeit mit ihren Grenzen umschließt. Gott nimmt uns hinein in seine Ewigkeit.
Das Anklingeln bei Jesus lohnt sich. Im persönlichen Gebet ebenso wie in der Gemeinschaft unserer Gemeinden kommen wir zu ihm. Es ist schön, bei ihm zu sein.
Dass Sie dies in unserer angespannten Lage erfahren, aber ebenso in den kommenden Jahren wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Albrecht Häußler