Aktuelles aus Naunhof, Klinga und Erdmannshain

Osterbrunnen Großpösna, Foto: Maria Hentzschel, Großpösna

Osterbrunnen Großpösna, Foto: Maria Hentzschel, Großpösna

Liebe Leserinnen und Leser
haben Sie die Ostereier gezählt? Es sollen mehrere Tausend sein. Tausend unterschiedlich gestaltete Eier. Was für eine Fülle. Und was für ein Engagement!
Es ist beeindruckend, was möglich ist, wenn Menschen sich für ihren Ort einsetzen und ihre Gaben einbringen. Gerade in diesen Tagen spürt man die Kraft solcher Möglichkeiten. Ob einer sich im Internet auskennt und anderen den Umgang mit Zoom erklärt, ob eine andere für die Nachbarn, die in Quarantäne sind, einkauft, ob einer regelmäßig für andere betet oder anruft – jede dieser Möglichkeiten ist wie ein Schatzkästchen, wie eines der vielen gestalteten Ostereier am Osterbrunnen. Aus vielen verschiedenen wird ein bunter Brunnen, ein Brunnen, zu dem man gern geht und an dem man sich freut. Und der Brunnen ist, nicht nur zu Ostern, auch ein Zeichen für das, woraus wir leben, das lebensspendende Nass.
Paulus schreibt: So soll Gemeinde sein: Wie ein Körper, wie ein Leib, der aus vielen Gliedern, aus vielen unterschiedlichen Begabungen miteinander agiert. So sind wir, so sind unsere Gemeinden, so können wir uns gegenseitig bereichern. Deshalb halten Sie heute den ersten Gemeindebrief unserer vier Gemeindebereiche in den Händen. Vier Bereiche, 20 Kirchen, viele Mitarbeiter, ehrenamtliche und hauptamtliche gehören dazu. Und noch mehr Menschen, Familien, Senioren, jüngere, ältere, Menschen, die gerne lachen, Menschen, die es lieben, ihre Gärten zu pflegen, Menschen, die handwerklich begabt sind – und andere die gerade auf diese Fähigkeiten angewiesen sind.
Wir sind eine bunte Gruppe. Keiner kennt alle, aber niemand kennt keinen davon. So sind wir als Menschen der Dörfer und der Stadt verbunden.
Diese Verbundenheit möchten wir als Mitarbeiter stärken. Wir haben so viel zu bieten. Und Sie haben viel zu bieten. Deshalb haben wir uns das Bild von dem einen Leib, zu dem wir alle gehören – und den vielen Gliedern, die miteinander ein organisches Ganzes bilden, als Bild für unsere Zusammenarbeit gewählt. Vielleicht entsteht aus den vielen Möglichkeiten eine Art Oster-brunnen? Vielleicht gestalten wir auch eine ganz andere Form? Wie es sich entwickeln wird, ist offen. Aber dass es diese Möglichkeit gibt, das ist gewiss.
Es ist Ostern, es wird Ostern – auch in diesem Jahr. Und in diesem Fest ist auch in diesem Jahr die alte Kraft des Neuanfangs verborgen.

Ihre Pfarrerin Bettine Reichelt, Seelsorgebereich Pomßen Belgershain und Köhra / Schulpfarrerin im Leipziger Land