Aktuelles aus Naunhof, Klinga und Erdmannshain

Kein Gottesdienst, kein Osterfest, vermutlich auch keine Himmelfahrt und kein Pfingsten. Dass wir dies einmal erleben, hätte keiner für möglich gehalten. Doch aus Einsicht in die Notwendigkeit, aus Rücksichtnahme aufeinander ist es nun so, sogar auf unbestimmte Zeit. Der Corona-Virus nötigt uns dazu. Ich habe die Hoffnung, dass wir in dieser Zeit der Selbstbeschränkung zur Besinnung kommen auf das, was am Ende wirklich zählt. Und nicht erst am Ende, sondern schon mittendrin im Leben.
Viele bekommen ganz ungewollt die Zeit anzuschauen und aufzuräumen, was quasi am Straßenrand des eigenen temposüchtigen Lebens liegen geblieben ist. Bevor wir orakeln und mit düsteren Farben ausmalen, was alles anders sein wird nach der Corona-Krise, können wir die Zeit nutzen für das was wesentlich ist. Uns ist eine Art kollektives Fasten auferlegt. Im Fasten, im bewussten Verzicht, hat man die Chance, das eigene Leben wie mit anderen Augen zu sehen. Fasten eröffnet Heilung und Veränderung. Veränderung scheint unausweichlich gefordert zu sein für uns Menschen, individuell wie kollektiv.
Zum Fasten gehört das In-sich-Gehen, das Zeitnehmen für sich selbst. Deswegen lasst uns die verordnete freie Zeit nicht totschlagen mit sinnlosen Beschäftigungen, lasst sie uns nutzen für das, was auf der Strecke geblieben ist. Das ist jetzt unser sinnvoller Gottesdienst.
Wenn wir davon ausgehen, dass im tieferen Sinn alles aus Gottes Hand kommt – was will, was kann uns diese Corona-Krise sagen?
Bei der Beschäftigung mit dieser Frage habe ich entdeckt, dass es eine heilige Corona gibt. Und stellen Sie sich vor, wofür die Heilige Corona zuständig ist: Sie gilt als die Beschützerin vor Seuchen und Unwetter, sie soll auch bei Sorgen in Geldangelegenheiten schützen (deswegen ist die „Krone“ ein beliebter Name für Währungen). So etwas kann man sich nicht ausdenken. Wir befinden uns in der Zeit einer weltweiten Epidemie und finanzieller Existenznöte ganzer Berufsgruppen und der auslösende Virus heißt „Corona“, „Krone“.
Vertrauen wir darauf, dass Gott uns mit diesen Geschehnissen etwas sagen will. Lassen Sie uns auf Entdeckungssuche gehen nach den Zusammenhängen. Tun Sie unaufgeregt, was zu tun ist, lassen Sie bleiben, was zu unterbleiben hat.

Ihr Pfarrer

Norbert George

„Ich werfe jeden Tag mehr auf den Scheiterhaufen des Unwesentlichen. Das Schöne an diesem Tun ist das, dass das Wesentliche dabei nicht kleiner, enger wird, sondern gerade mächtiger und großartiger.“

Franz Marc

Zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie

Die Evangelisch Lutherische Landeskirche Sachsen bietet auf ihrer Internetseite Informationen zum Umgang Coronavirus-Pandemie Informationen an. Diese Seite wird fortlaufend ergänzt.

Zum Umgang mit der Coronavirus-Pandemie

Liebe Kinder wer hätte das gedacht, mitten im Schuljahr schulfrei! Klingt erstmal ganz großartig, haben wir sicher alle gedacht. Aber nun wissen wir, dass es vielen Menschen auf der Welt gerade Angst und Bange wird. Und uns? Vielleicht kennt ihr sogar jemanden, der krank ist oder große Angst davor hat. Na und jeden Vormittag zu Hause allein oder mit Geschwistern Schulaufgaben zu machen, daran muss man sich auch gewöhnen. Von einigen Kindern habe ich schon gehört, wie sehr sie die Schule vermissen. Wer hätte das gedacht! Und wahrscheinlich noch viel mehr fehlt es, mit Freunden zusammen sein zu können. Erst wenn wir alle kleinen und großen Freuden und Traurigkeiten mit Freunden teilen können, fühlen wir uns so richtig lebendig. Wie lange dieser Schwebezustand noch andauern wird, weiß keiner so ganz genau. Aber wir hoffen nicht mehr allzu lang.

Und trotz allem: „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…“. Schwärmt hinaus und schnuppert den Frühling, lasst die Sonne aufs Gesicht scheinen. Ihr werdet merken, wie gut das tut. Singt Lieder, lest Bücher, spielt zusammen Spiele, langweilt euch eingekuschelt auf dem Sofa, telefoniert und schreibt euch mit Freunden und Verwandten und vergesst dabei besonders eure Großeltern nicht! Die freuen sich im Moment ganz besonders über ein Zeichen des aneinander Denkens.
Wer die Geschichten der Christenlehre und des Teeniekreises vermisst, der kann sich mal hier auf den folgenden Seiten umschauen. Da erzählen, singen, beten nette Kollegen von mir für Euch. Ein Beispiel wäre www.marienkirchgemeinde.de. Hier erscheinen ganz regelmäßig Online-Christenlehrestunden. Oder die Online-Andacht für Kinder auf YouTube: Online-Andacht

Aber am allerwichtigsten ist: lasst uns auch in dieser ganz besonderen Zeit miteinander verbunden fühlen, durch aneinander denken, füreinander beten, uns unterstützen aus der Nähe und der Ferne, einen Anruf, einen kleinen Brief … Da gibt es viele Möglichkeiten.
Hier noch ein kleines Gebet, welches ihr alle kennt und mit dem wir uns verbunden fühlen können. Vielleicht beten wir es immer alle abends um 08:00 Uhr? Wer Lust hat ist dabei.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
AMEN

Bleibt behütet bist zum hoffentlich baldigen Wiedersehen
Eure Uta Glinka